21. Internationale
Photoszene
Köln 2012

Der Tod kommt später, vielleicht

Jörg Gläschers ruhige, lakonische Fotografien zeigen eine Armee im Schwebezustand, nichts scheint hier so, wie es ist (…)

„Seine Fotografien dokumentieren nicht die deutsche Bundeswehr, vielmehr findet er auf seinen Reisen, die er zu und mit den Streitkräften unternommen hat, Bilder, die Denkräume öffnen. Seine Bildsprache ist undramatisch. Beinahe lakonisch reiht er Szenen aneinander, die dem Betrachter oft absurd vorkommen. Er bedient sich gängiger Genres der Fotografie, Landschaft mit Figur, Porträt, Stillleben und Szenerie. Er vermeidet jede Erklärung, setzt auf ein politisches und gesellschaftliche Vorwissen des Betrachters. Zu Recht. Die Bundeswehr war wohl noch nie in der jüngeren deutschen Geschichte in den Medien so präsent wie in der Zeit, in der die Fotografien dieses Buches entstanden. (…) So changieren die Fotografien von Jörg Gläscher zwischen trügerischem Heideidyll und suggestiver Bedrohung durch formale Reduktion. Dazwischen streut er Porträts junger Soldaten. Da ist niemand ein cooler Landser. Wir schauen in Gesichter, die Zurückhaltung, Vorsicht, Nachdenklichkeit oder auch Verunsicherung ausdrücken. Der Tod kommt später, vielleicht.”

Text: Peter Bialobrzeski

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Künstler

Jörg Gläscher

Ort

laif Photo-Galerie
Merowingerstraße 5-7
50677 Köln
(0221) 272 26-0

Dauer

18.09. bis 30.09.

Öffnungszeiten

Di-So.14-18 Uhr

Special Weekend

Midissage: 22.09.2012 mit Jörg Gläscher und Peter Bialobrzeski

Internet

www.laif.de